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11.04.2017

Vakuumlöten: Gut zu wissen - Warum Vakuumlöten? Ein kurzer Überblick

Warum Vakuumlöten? Ein kurzer Überblick

Das Vakuumlöten ermöglicht dem Entwickler und Produktionsverantwortlichen, Bauteile in Modulbauweise zu konstruieren und zu fertigen. Ausgehend von einfachen Halbzeugen können somit komplexe Bauteile kosten­günstig realisiert und/oder der Aufwand für Vor- bzw. Nachbearbeitung reduziert werden. Die Flexibilität bei der Kombination von Komponenten mit stark unterschiedlichen Massen, Wandstärken und Geometrien und Nutzung unterschiedlicher Materialeigenschaften hinsichtlich Funktion und Kosten wird deutlich erweitert. Medienführende Bauteile können mit einer internen, komplexen Kanalstruktur versehen werden.

Eine breite Werkstoffpalette, angefangen bei den einfachen Baustählen, über die hochlegierten Kalt- und Warmarbeitsstähle bis hin zu den Superlegierungen, ebenso NE-Metalle wie Kupfer und Titan und sogar Keramiken, Hartmetalle und die Schneidstoffe CBN und Diamant können gelö­tet werden. Beim Vakuumlöten wird kein Fluss­mittel verwendet, sodass die erzielbaren Festig­keiten im Bereich der Grundwerkstofffestigkeit liegen können. Auch bei hohen Löttemperaturen wird das Bauteil nicht oxidiert.

 

Das Vakuumlöten wird heute in vielen Anwen­dungsbereichen eingesetzt, angefangen bei ein­fachen Massenbauteilen bis hin zu komplexen, hoch belasteten Turbinenkomponenten.

 

 

 

Vor- und Nachteile des Vakuumlöten

 

Das Vakuumlöten zeichnet sich durch eine grosse Universalität und Flexibilität aus mit folgenden Vor­teilen:

nahezu unbegrenztes Werkstoffspektrum verwendbar (Grundwerkstoffe und Lote)

geringer Verzug durch gleichmässige Ofenerwärmung

hohe Verbindungsqualität durch Vakuumatmosphäre und Vermeidung von Flussmittel

hohe Reproduzierbarkeit durch sehr gute Temperaturgleichmässigkeit und komfortable Steue­rung moderner Ofenanlagen incl. Prozessdokumentation

kombinierte Wärmebehandlung möglich (Löten und Härten)

geringe Umweltbelastung

 

Die Nachteile sind:

meistens Batchprozess mit einzelnen Chargen, kontinuierliche Fertigung nur mit sehr aufwendi­ger Anla­gentechnik möglich

hoher Aufwand für Bauteilfixierung, da Bauteil im Ofen nicht manipuliert werden kann

das ganze Bauteil wird erwärmt, dadurch Härteverlust bei bereits vergüteten oder kaltverfestig­ten Werk­stoffen

hohe Investitionskosten